ArtcityHamburg.de

Reviews zu Kunstausstellungen und Events in Hamburg

Wednesday

10

June 2015

0

Kommentare

Nichts für Hitzköpfe – Das Escape Game

Geschrieben von , veröffentlicht in Reviews

Ahoi meine Freunde,

ich hab was krasses erlebt die letzten Tage. Ich war im Hidden in Hamburg „Escape Game“. Für alle, die nicht wissen, was das ist, hab ich mal einen kleinen Wikipedia Link eingefügt. Aber jetzt genug Vorgeplänkel, rein ins Bällebad ihr Matrosen.

Ich war also mit meiner Liebsten und zwei Freunden aus meiner Heimatstadt Altenmünster in der Rothenbaumchaussee Numero 3 hier in Hamburg. Ich war ja noch nie in so einem Escape Game verwickelt und hatte erst mal gar keine Ahnung, was mich erwartet. Wir hatten einen Termin reserviert, was ich übrigens jedem ans Herz lege, denn die Räumlichkeiten sind gerne mal ausgebucht und hatten uns dann für das Setting Rickmer Rimmers entschieden. Meine beiden Kollegen und ich wollten ja in das Rotlicht Setting, wo wir einen Mord hätten aufklären sollen, aber die Stimme meiner Freundin zählte eben mehr als unsere drei zusammen, ihr wisst sicherlich, was ich meine ;)

Piraten haben nicht viel Zeit

Also Rickmer Rimmers ausgesucht und dann bekamen wir auch gleich die Storyline. Wir waren im Jahr 1896 auf einem Schiff, das den Namen Rickmer Rimmers trägt. Leider wurden wir auf der Fahrt von einigen Piraten überrascht und diese hatten nicht vor, das Schiff heile zu lassen. Als erstes ging der Kapitän baden und wir vier waren in seiner alten Kajüte eingeschlossen…

Kühler Kopf tut Not

Da Piraten nicht lange fackeln, blieb uns bloß eine Stunde aus der Kajüte hinaus zu kommen. Ohne Schlüßel. Ohne Ahnung wie. Und vor allem mit Stress.

Ob wir es geschafft haben? Tja, das verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Was ich aber preisgebe, ist das es supersuper viel Spaß macht. Vor allem, der Faktor Zeit spielt dabei eine große Rolle. Eine Stunde geht schnell vorbei und wenn man mit einigen Alphatieren unterwegs ist, kann es sicherlich auch zu Konflikten kommen.

Es ist nur ein Spiel

Das haben sicherlich auch die Entwickler vom Escape Game bedacht und dafür gesorgt, dass die Teilnehmer immer daran erinnert werden, dass es ein Spiel ist. Die Deko und die Story sind wirklich im Detail ausgearbeitet und lassen sehr gut erahnen, wie es vor  ungefähr 120 Jahren war, als Piraten ihre eigenen Regeln durchsetzen wollten und für Tabula rasa auf dem Schiff gesorgt haben.

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick geben, ich bin in jedem Fall noch immer davon geflashed und werde das Escape Game sicherlich noch einmal buchen, dieses Mal aber nur, wenn ich den Mord an der Prostituierten Rosie aufklären darf. Mal sehen, was meine Freundin davon hält ;).

Tuesday

2

June 2015

0

Kommentare

Bonchance urban!

Geschrieben von , veröffentlicht in Reviews

Adios Amigos y Amigas,

man was war das für ein krasses Rückspiel. Der HSV tut wirklich alles dafür, dass ich mit 25 schon eine Glatze habe. Tut mir und meinem Spiegel bitte den Gefallen und sorgt im Sommer dafür, dass die nächste Saison besser wird. So und damit ist alles zum gestrigen Spiel gesagt, schließlich geht es hier um Kunst. Also rein ins Bällebad.

Riesige Glasscheiben

Nach einem kurzen Trip zu Termunte, kurz hinter der niederländischen Grenze, bin ich mit meiner Liebsten auf dem Hamburger Architektursommer gewesen. Dort ging es um die markanten Häuser von Richard Neustra, einem Architekten aus Österreich. Seine Flachdachbungalows wurden zu Beginn der 60er Jahre in Quickborn erbaut. Ein besonderes Merkmal der Neutra Häuser sind die großen Glasscheiben. Diese reichen vom Grund bis an die Decke und ermöglichen so einen immensen Lichteinfall. Sehr angenehm für die Augen, wie ich finde. Zumindest habe ich das Gefühl, dass meine Augenringe nicht so stark sind, wenn ich natürliches Licht rein lasse.
Aber nicht nur die Glasscheiben sind charakteristisch für die Häuser von Neutra, sondern auch die anliegenden Gärten, oftmals von Teichen versehen. Die sich daraus ergebende Spiegelung wurde von der Neutra Haus Bewohnerin Pia Hodel –Winiker in einem späteren Vortrag aufgegriffen. Aber das solltet ihr euch vielleicht besser selber ansehen und anhören. Viel mehr möchte ich jetzt noch ein paar Zeilen dazugeben.

Highdeck Siedlung wurde vielleicht zu früh erbaut

Die Neutra Häuser wurden wie bereits erwähnt zu Beginn der 60er Jahre erbaut. In einer Zeit also, wo Plattenbauten immer beliebter wurden und ihnen einen Hauch von Problemlösungsqualitäten umwehte. Stichwort: Highdeck Siedlung in Neukölln, Berlin, die durch hochgelagerte Wege Verbindungen zu einzelnen Häusern darstellt. Wenn man so will ein kleines Dorf mitten in der Stadt, nur eben ein oder zwei Level über dem Grund. So etwas kenne ich sonst nur aus den Niederlanden. Dort entwerfen immer mehr Zukunftsingenieure, ja die heißen wirklich so, solche Umgebungen. Zwei Beispiele sind Pim Vermeulen und Marco van Steekelenburg.

Wohlfühl Oasen der Zukunft

Die Häuser von Neutra sind also als Gegenentwurf zum damaligen Trend zu verstehen. Das heißt, dass Gärten nicht groß wertgeschätzt wurden und das der Fokus weniger auf natürlichem Licht lag. Ich frage mich, was die Menschen dazu bewogen hat. Hat der Industriecharme sie solange umgarnt, bis sie sich ihm ergaben, oder war es das Symbol Hochhaus, welches stellvertretend für das (eigene) Wachstum stand?

Wenn ich mir überlege, dass immer mehr Menschen in Städte wie Hamburg ziehen, aus kleinen Orten, um etwas zu finden, ja was eigentlich, was es in der Heimat nicht gibt, zu meiner Verteidigung: Ich bin wegen dem Studium hierhin gezogen. Dann sind die Häuser von Neutra so etwas wie die Oasen der Zukunft. Klein aber viel genug Platz zum Wohnen. Eng aneinander aber doch mit Garten. Natur und Konstrukt. Elektrizität und Sonne. Auf diesen Skalen gilt es dann zumindest, was das heimische Glück angeht, das zu finden, was in anderen Ecken der Stadt nicht gefunden wird. Bonchance!

Monday

25

May 2015

0

Kommentare

Afrikanische Kunst in Hamburg

Geschrieben von , veröffentlicht in Reviews

Hallo liebe Mitmenschen. Wie geht es euch an diesem verlängerten Pfingstwochenende? Verbringt ihr eure Freizeit lieber mit Unterwassermikado, als bei euren Verwandten? (Wer gegen mich spielen möchte…bitte Mail an mich).
Dann habt ihr alles richtig gemacht. Schließlich gibt es nur in dieser wundervollen Stadt Franzbrötchen in Cafe´s mit Mitarbeitern, die Krawattenschal tragen. Hach, ich liebe diese Dinger. So jetzt aber mal genug der einleitenden Worte. Viel wichtiger ist: Was ging am Wochenende? Für die, die wissen wollen, was bei mir ging, empfehle ich die nächsten 2-3 Abschnitte.

Kunst als Verbindung

Ich war bei der Austellung „Strahlkraft“ von Kiki Münzberg in der Zebra African Art Gallery in Hamburg – Rotherbaum. Dabei will ich nicht so viel darauf eingehen, wie mir die Werke gefallen haben..schließlich sollt ihr selber dahin gehen und außerdem bin ich kein Lautsprecher, sondern auch nur ein junger Kunststudi. Aber:
Was mir gefallen hat, war neben den tollen Räumlichkeiten und dem super leckerem Catering, dass ich immer ein Gefühl von Nähe hatte. Nähe zwischen den Besuchern. Nähe zu den Menschen, die das Catering gemacht haben. Informell gehört eben dazu, denken jetzt vielleicht ein paar Leser. Für mich auch. Leider habe ich es oft erlebt, dass Besucher einer Ausstellung überhaupt nicht an zwischenmenschlicher Kommunikation interessiert waren.

Für stille Kommunikation braucht es gute Antennen

Geht es aber nicht auch darum, die Eindrücke mit anderen zu teilen und eventuell auch etwas Neues in den Werken zu sehen? Zwischenmenschliche Kommunikation bedingt sich durch die räumliche Nähe zwischen den einzelnen Personen. Diese räumliche Nähe ist an sich zwar still, aber gleichzeitig wirkungsvoller als das gesprochene Wort und jedem Menschen dieser Welt bekannt. Wenn diese Nähe von beiden Personen gleichermaßen erkannt und gelebt wird, kann sich ein Gespräch entwickeln, in dem sich gleiche Ansichten und Werte herauskristallisieren.

Eine Frau kam auf mich zu und begann ein Gespräch mit mir. Das fand ich nicht nur sehr nett, sondern hat mir auch einiges über afrikanische Kunst gelehrt. Worüber wir genau gesprochen haben, verrate ich an dieser Stelle nicht ;). Nur so viel: Ich werde nun häufiger in die Galerie gehen und mich intensiver mit afrikanischer Kunst befassen. Ich weiß einfach zu wenig über sie. Finde aber sie sollte in Deutschland mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Und nun gebe ich zurück an mein Franzbrötchen. Adieu und hoffentlich bis zum nächsten Mal euer Max :)

Wednesday

20

May 2015

0

Kommentare

Affenfaust Galerie Reopening

Geschrieben von , veröffentlicht in Reviews

Hallo Leude,

wie war euer Wochenende? Meins war wie immer zu kurz und jetzt sitze ich hier bei stilechtem Hamburger Shiet-Wetter mit selbstgemachtem Franzbrötchen und lasse meine Finger noch etwas unkontrolliert über die Tastatur fliegen. Aber jetzt mal rein ins Bällebad. Was ging am Wochenende?

Natural looks best

Ich war beim Reopening der Affenfaust Galerie in der Paul –  Roosen Straße in St. Pauli. Die vier jungen Artists hatten früher ihre Galerie in der Detlef – Bremer Straße und damals nur ungefähr 70 m². Dann wurden sie auf einen leer stehenden ALDI aufmerksam und haben den Hausbesitzer so lange genervt, bis er endlich seine Zusage für die Nutzung der fast 1000 m² gegeben hat. Nachdem die Zusage da war, machten sie sich auf, den ALDI komplett umzugestalten. Alles self made versteht sich. Und diesen Charme spürt man auch sofort, wenn man die Galerie betritt.

AffenhausGestern war es also so weit: Die Affenfaust Galerie wurde nach der Ausstellung „Das eigene Ich“ eröffnet, die von Elmar Lause, zum ersten Mal in der Funktion, kuratiert wurde, eröffnet. Dabei finde ich hat es Elmar geschafft die Künstler so zusammen zufügen, dass die Summe mehr ist als bloß die einzelnen Selbstporträts. Was angesichts der Tatsache, dass einige der 45 Künstler nicht aus Hamburg kommen, schon eine anspruchsvolle Aufgabe war, wie ich finde. Ja auch in Zeiten des Internets. Oder warum geht ihr noch zu Ausstellungen und nutzt nicht die Augmented Reality Angebote einiger Musseen ;) ?

Mit welchen Werkzeugen Künstler arbeiten und wie sie sich selbst wahrnehmen, sind Gegenstand des Selbstporträts. Es steht dem Künstler also frei, was und wie viel er preisgibt und wie er es darstellt. Das Selbstporträt hat immer eine Aktualität. Eine, die vor allem heutzutage nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Sprichwort: Selfie.

Selfie is commercial

Man kann das gut finden, aber ich denke, dass sich der Wert vom Selbstporträt zumindest kurzfristig verringern wird. Ihr kennt das, statt etwas sehr oft zu wiederholen, sollte man ein Argument einmal sagen, damit es nicht seinen Wert verliert. Und so wird es auch beim Selfie sein. Es wird der Tag kommen, wo die Selfie – Stange nicht mitgenommen und es einen kommerziellen Geschmack bekommen wird. Nach dem Promi Selfie Stunt ist das keine Illusion mehr.

Okay, ich bin kurz vom Thema abgekommen..also back to „Das eigene Ich“  Ich kann natürlich nicht alle 45 Werke kurz beschreiben, aber ich möchte kurz auf den Gesamteindruck eingehen. In der Affenfaust sehe ich das Neue. Dieses kann einmal wörtlich genommen und aus dem sozialen Konstruktivismus beschrieben werden. Wenn eine Handlung wiederholt wird, wird der Prozess bestätigt. Bricht man aber mit dieser Handlung entsteht etwas Neues. Mit anderen Worten: Der Supermarkt wird nicht mehr täglich von Kunden besucht, sondern ist jetzt die Affenfaust Galerie.

Zusammen entsteht etwas Neues

Eine individuelle Haltung, bei der alte Strukturen, Regeln oder Prozesse hinterfragt werden, um neue zu etablieren. Wenn ich das jetzt auf die Neueröffnung beziehe, kann ich nur sagen, dass auch die Affenfaust Galerie pushed und dadurch selber gepushed wird. Klar, Leerstand für Kunst zu nutzen ist keine neue Idee und wird meiner Meinung nach nur in Holland stärker praktiziert als in Deutschland. Aber zum Start Selbstproträts von Artists zu versammeln zeigt, dass in der Galerie die Kräfte gebündelt werden, mit dem Ziel die Affenfaust im den neuen Räumlichkeiten zu etablieren. Ein soziales Konstrukt wird also geschaffen.