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Reviews zu Kunstausstellungen und Events in Hamburg

Monday

25

May 2015

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Afrikanische Kunst in Hamburg

Geschrieben von , veröffentlicht in Reviews

Hallo liebe Mitmenschen. Wie geht es euch an diesem verlängerten Pfingstwochenende? Verbringt ihr eure Freizeit lieber mit Unterwassermikado, als bei euren Verwandten? (Wer gegen mich spielen möchte…bitte Mail an mich).
Dann habt ihr alles richtig gemacht. Schließlich gibt es nur in dieser wundervollen Stadt Franzbrötchen in Cafe´s mit Mitarbeitern, die Krawattenschal tragen. Hach, ich liebe diese Dinger. So jetzt aber mal genug der einleitenden Worte. Viel wichtiger ist: Was ging am Wochenende? Für die, die wissen wollen, was bei mir ging, empfehle ich die nächsten 2-3 Abschnitte.

Kunst als Verbindung

Ich war bei der Austellung „Strahlkraft“ von Kiki Münzberg in der Zebra African Art Gallery in Hamburg – Rotherbaum. Dabei will ich nicht so viel darauf eingehen, wie mir die Werke gefallen haben..schließlich sollt ihr selber dahin gehen und außerdem bin ich kein Lautsprecher, sondern auch nur ein junger Kunststudi. Aber:
Was mir gefallen hat, war neben den tollen Räumlichkeiten und dem super leckerem Catering, dass ich immer ein Gefühl von Nähe hatte. Nähe zwischen den Besuchern. Nähe zu den Menschen, die das Catering gemacht haben. Informell gehört eben dazu, denken jetzt vielleicht ein paar Leser. Für mich auch. Leider habe ich es oft erlebt, dass Besucher einer Ausstellung überhaupt nicht an zwischenmenschlicher Kommunikation interessiert waren.

Für stille Kommunikation braucht es gute Antennen

Geht es aber nicht auch darum, die Eindrücke mit anderen zu teilen und eventuell auch etwas Neues in den Werken zu sehen? Zwischenmenschliche Kommunikation bedingt sich durch die räumliche Nähe zwischen den einzelnen Personen. Diese räumliche Nähe ist an sich zwar still, aber gleichzeitig wirkungsvoller als das gesprochene Wort und jedem Menschen dieser Welt bekannt. Wenn diese Nähe von beiden Personen gleichermaßen erkannt und gelebt wird, kann sich ein Gespräch entwickeln, in dem sich gleiche Ansichten und Werte herauskristallisieren.

Eine Frau kam auf mich zu und begann ein Gespräch mit mir. Das fand ich nicht nur sehr nett, sondern hat mir auch einiges über afrikanische Kunst gelehrt. Worüber wir genau gesprochen haben, verrate ich an dieser Stelle nicht ;). Nur so viel: Ich werde nun häufiger in die Galerie gehen und mich intensiver mit afrikanischer Kunst befassen. Ich weiß einfach zu wenig über sie. Finde aber sie sollte in Deutschland mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Und nun gebe ich zurück an mein Franzbrötchen. Adieu und hoffentlich bis zum nächsten Mal euer Max :)

Wednesday

20

May 2015

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Affenfaust Galerie Reopening

Geschrieben von , veröffentlicht in Reviews

Hallo Leude,

wie war euer Wochenende? Meins war wie immer zu kurz und jetzt sitze ich hier bei stilechtem Hamburger Shiet-Wetter mit selbstgemachtem Franzbrötchen und lasse meine Finger noch etwas unkontrolliert über die Tastatur fliegen. Aber jetzt mal rein ins Bällebad. Was ging am Wochenende?

Natural looks best

Ich war beim Reopening der Affenfaust Galerie in der Paul –  Roosen Straße in St. Pauli. Die vier jungen Artists hatten früher ihre Galerie in der Detlef – Bremer Straße und damals nur ungefähr 70 m². Dann wurden sie auf einen leer stehenden ALDI aufmerksam und haben den Hausbesitzer so lange genervt, bis er endlich seine Zusage für die Nutzung der fast 1000 m² gegeben hat. Nachdem die Zusage da war, machten sie sich auf, den ALDI komplett umzugestalten. Alles self made versteht sich. Und diesen Charme spürt man auch sofort, wenn man die Galerie betritt.

AffenhausGestern war es also so weit: Die Affenfaust Galerie wurde nach der Ausstellung „Das eigene Ich“ eröffnet, die von Elmar Lause, zum ersten Mal in der Funktion, kuratiert wurde, eröffnet. Dabei finde ich hat es Elmar geschafft die Künstler so zusammen zufügen, dass die Summe mehr ist als bloß die einzelnen Selbstporträts. Was angesichts der Tatsache, dass einige der 45 Künstler nicht aus Hamburg kommen, schon eine anspruchsvolle Aufgabe war, wie ich finde. Ja auch in Zeiten des Internets. Oder warum geht ihr noch zu Ausstellungen und nutzt nicht die Augmented Reality Angebote einiger Musseen ;) ?

Mit welchen Werkzeugen Künstler arbeiten und wie sie sich selbst wahrnehmen, sind Gegenstand des Selbstporträts. Es steht dem Künstler also frei, was und wie viel er preisgibt und wie er es darstellt. Das Selbstporträt hat immer eine Aktualität. Eine, die vor allem heutzutage nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Sprichwort: Selfie.

Selfie is commercial

Man kann das gut finden, aber ich denke, dass sich der Wert vom Selbstporträt zumindest kurzfristig verringern wird. Ihr kennt das, statt etwas sehr oft zu wiederholen, sollte man ein Argument einmal sagen, damit es nicht seinen Wert verliert. Und so wird es auch beim Selfie sein. Es wird der Tag kommen, wo die Selfie – Stange nicht mitgenommen und es einen kommerziellen Geschmack bekommen wird. Nach dem Promi Selfie Stunt ist das keine Illusion mehr.

Okay, ich bin kurz vom Thema abgekommen..also back to „Das eigene Ich“  Ich kann natürlich nicht alle 45 Werke kurz beschreiben, aber ich möchte kurz auf den Gesamteindruck eingehen. In der Affenfaust sehe ich das Neue. Dieses kann einmal wörtlich genommen und aus dem sozialen Konstruktivismus beschrieben werden. Wenn eine Handlung wiederholt wird, wird der Prozess bestätigt. Bricht man aber mit dieser Handlung entsteht etwas Neues. Mit anderen Worten: Der Supermarkt wird nicht mehr täglich von Kunden besucht, sondern ist jetzt die Affenfaust Galerie.

Zusammen entsteht etwas Neues

Eine individuelle Haltung, bei der alte Strukturen, Regeln oder Prozesse hinterfragt werden, um neue zu etablieren. Wenn ich das jetzt auf die Neueröffnung beziehe, kann ich nur sagen, dass auch die Affenfaust Galerie pushed und dadurch selber gepushed wird. Klar, Leerstand für Kunst zu nutzen ist keine neue Idee und wird meiner Meinung nach nur in Holland stärker praktiziert als in Deutschland. Aber zum Start Selbstproträts von Artists zu versammeln zeigt, dass in der Galerie die Kräfte gebündelt werden, mit dem Ziel die Affenfaust im den neuen Räumlichkeiten zu etablieren. Ein soziales Konstrukt wird also geschaffen.